Was bedeutet „Facilitation“ eines Redekreises?

„Facilitation“ ist englisch für „Unterstützer“ oder „Moderator“ und beschreibt das Anleiten von Redekreisen. Es unterstreicht die Haltung der Gruppenleiterin als jemanden, der sich selbst keiner Partei in einer Gruppe zugehörig fühlt. Als Leiterin achte ich die Gruppe als lernendes „Subjekt“ und versuche lösungsorientiert und prozessorientiert vorzugehen.

Prozessorientiertes Arbeiten mit dem „Feld“ einer Gruppe

Immer wenn Menschen zusammen kommen, entsteht eine Art Energiefeld, dass sich aus den Gegensätzen die in einer Gruppe herrschen bildet. In Institutionen zum Beispiel nehmen die Haltungen der Mitarbeiter sowie die Kultur einer Organisation Einfluss auf das Feld eines Teams.
Prozessorientiertes Arbeiten meint, dass ich nicht nur mit einer Gruppe arbeite, sondern vielmehr mit diesem „Feld“.

Dies beinhaltet:

  • Nach dem Motto: „following what is happening“ folge ich in meiner Rolle als Leitung dem Prozess der Gruppe, so wie er sich von Moment zu Moment entfaltet, ohne sicher zu wissen was passieren wird. Die Aktivitäten entsprechen keinem fixierten, vorgefertigtem Plan oder Muster – eine experimentellen Arbeitshaltung.
  • Eine „teleologische“ Grundhaltung – meint, dass nichts zufällig geschieht, sondern alles aus einem Grund und mit Notwendigkeit passiert. Alles was also in der Begegnung und dem Prozess einer Gruppe geschieht hat eine „tiefere Bedeutung“ sowohl für den Einzelnen als auch für die Gruppe als Ganzes.
  • Als Facilitatorin bin ich stets um eine innere Haltung tiefster Demokratie bemüht, welche fest an die Wichtigkeit aller Teile des Ganzen einer Gruppe glaubt, die Vielfalt genießt, und an die Bedeutung aller Persönlichkeitsanteile und aller verschiedenster Sichtweisen in der Welt um uns herum.